Wetterauer Zeitung

12.10.2017 - Schiclub stellt sich neu auf (von Ottwin Storck)

Nach 26 Jahren hat Friedhelm Schmidt den Vorstand des Schiclubs Berstadt verlassen. In der konstituierenden Versammlung am 3. Mai 1991 wurde er zum Schriftführer und vier Jahre später ins Amt des 2. Vorsitzenden gewählt, das er bis vergangenen Samstag innehatte. Auf eine Wiederwahl verzichtete auch dessen Ehefrau Bärbel als Beisitzerin. Der neue Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: 1. Vorsitzender Axel Kaiser, 2. Vorsitzender Heiko Roth, Rechner Thomas Wießner, Schriftführer Kalli Schneider sowie die Beisitzer Jürgen Leibrich, Ulrich Größer, Gerd Stüber, Wilfried Klein und Renate Paul

Quo vadis Schiclub Berstadt? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung im Clublokal »Luther Klause«. Die heute rund 130 Mitglieder haben eines gemeinsam: die Liebe zum Wintersport. Dies drückte sich in den ersten Jahren dadurch aus, dass mehrere gemeinsame Skifahrten pro Jahr in größerem Kreis unternommen wurden. Da viele Mitglieder kleine Kinder hatten, stand die familiäre Atmosphäre im Mittelpunkt. Doch die Kinder wurden älter und gingen ihre eigene Wege. Der Kreis der Mitfahrer zu den Skifreizeiten schmolz zusehends dahin. Zwar etablierten sich Ausflüge im Sommer in die nähere Umgebung oder die alljährliche Après-Ski-Party im Winter, doch das Skifahren trat immer mehr in den Hintergrund. Gerd Stüber brachte es auf den Punkt: »Wir müssen uns wieder mehr auf das Skifahren konzentrieren.« Heiko Roth konkretisierte: »Wir können niemanden zu den Fahrten in die Alpen zwingen. Die Zeiten von bis zu 100 Wintersportlern sind bei uns vorbei. Dann sind wir eben mit 20 Personen unterwegs und hoffen, dass der Kreis in den nächsten Jahren wieder größer wird.«

Der Schiclub Berstadt fährt im nächsten Jahr vom 3. bis 10. März ins Salzburger Land nach Saalbach-Hinterglemm. Der Organisator Kalli Schneider rechnet dabei mit etwa den von Roth angesprochenen 20 Mitfahrern. Im weiteren Jahresprogramm fehlt die Après-Ski-Party wegen der zuletzt vielen 1200-Jahr-Veranstaltungen in Berstadt.

Wie Axel Kaiser weiter ausführte, plane man noch eine Tagesskifahrt in ein deutsches Mittelgebirge und im Sommer ein Sommerfest oder eine Radtour. Zudem warb Kaiser für die diesjährige Silvesterparty als Abschlussveranstaltung »1200 Jahre Berstadt«.

 

7.1.2010 - Ein Augenblick mit dem Berstädter Schiclubvorsitzenden Axel Kaiser

"Des einen Freud’ ist des anderen Leid", so kann man die derzeitige Situation in der Wetterau angesichts der ungewöhnlich großen Schneemengen bezeichnen. Während viele den Schnee als unnötiges Element abtun, sehen andere die weiße Pracht mit anderen Augen. Dazu zählen die Mitglieder des Berstädter Schiclubs. Das unterstreicht schon deren Internet-Seite, wo eine bunte Maus auf Skiern in einer romantischen Winterlandschaft den Besucher anlächelt.

Ein Skiclub im Flachland gehört schon zu den Raritäten, die Berstädter Gruppe fällt dabei noch aus dem Rahmen. Obwohl der Club seit 1996 im Vereinsregister eingetragen ist, gehört er nicht dem Skiverband an und nimmt folgerichtig auch nicht an Wettkämpfen wie seine Nachbarn in Friedberg oder Schotten teil.

Die Idee der Gründung eines Skiclubs wurde im Winter 1991 am Hintertuxer Gletscher im tiroler Zillertaler geboren. Daher rührt auch die Schreibweise "Schi" als österreichische Version. Acht Männer aus Berstadt und Wölfersheim befanden sich damals auf einer Skifreizeit. Beim abendlichen Ausklang beschloss man, einen Männerskiclub zu gründen. Mit der reinen Männerrunde wurde es jedoch nichts. So ganz wollten sich die weiblichen Hälften nicht abkanzeln lassen. Zwar führte man später vereinzelt Männer- und Frauenfahrten in die Alpen durch, doch bald reisten die Clubmitglieder gemeinsam mit Kind und Kegel in die Berge mit den Zielen der letzten 20 Jahre wie Saalbach-Hinterglemm, Livigno, Fassatal, Serfaus, Ischgl oder Obertauern.

Bei der Gründungsversammlung im ersten Clublokal "Paula" am 3. Mai 1991 schlossen sich 36 Mitglieder dem Skiclub Berstadt an, dessen Zahl sich im Verlauf der zwei Jahrzehnte bei 100 bis 120 Personen einpendelte. Erster Vorsitzender wurde Axel Kaiser, der dem Club bis heute als dienstältester Funktionär vorsteht.

Axel Kaiser war auch jenes Mitglied, das die besten Skifahrerfähigkeiten aufwies, "die ich mir in meiner skifahrerischen Heimat Saalbach-Hinterglemm in Schulfreizeiten der Hungener Schule erworben habe", so der Clubchef. Folgerichtig war Kaiser auch meistens ganz oben auf dem Treppchen, wenn die Clubmeister gekürt wurden und erläutert: "Wir haben immer versucht bei der großen Jahresfahrt an einem der letzten Tage des Wochentripps die Titel aus zu fahren, und zwar in den Disziplinen Spezial-Slalom und Riesenslalom der Kategorien Herrn, Damen, Jugendlichen in den unterschiedlichsten Altersklassen". Und deren war und ist der BSC breit aufgestellt.  Von fünf bis 80 Jahren reicht derzeit die Alterstruktur.

Weiter betont Kaiser, dass auf den zwei bis vier Fahrten des Winters auch vereinzelt Nichtskifahrer mitgefahren sind. Neben der Geselligkeit hat der Club in den 20 Jahren seines Bestehens die Förderung des Skifahrens immer betrieben. So organisierte man in den Alpen vor Ort spezielle Kurse für die Kinder. Oft erwiesen sich in dem weißen Element die Küken bald besser als deren Hennen und Hähne.

Zu einem festen Ereignis im Jahr des BSC hat sich neben sommerlichen kulturellen Aktivitäten und dem Skiwachsen zu Beginn des Winters die Après-Ski-Party um das heutige Clublokal "Zur Brücke" in Berstadt entwickelt. Im Januar und Februar wird dann unter anderem eine Schneebar aufgebaut, wozu man schon die weiße Pracht vom Fuße der Hausberges Hoherodskopf ankarrte. Die 20jährige Geburtstagsfeier ist für den 5. Februar 2011 geplant. Nicht nur deshalb hofft Axel Kaiser auf ein Fortbestehen der winterlichen Witterung. Schließlich gehört zum Schiclubfest, wo neben der Hüttengaudi ein sportlicher Schmankerl vorgesehen ist, möglichst viel Schnee. Den erwarten Axel Kaiser und seine Mitfahrer auch Ende März, wenn die Berstädter Wintersportfreunde ihre Jubiläumsfahrt "20 Jahre BSC" nach Campitello ins trientiner Fassatal unternehmen.

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